Heizungswesen und Energieversorgung im Fokus
von Mia Gerdes und Florian Kollmer
Im Seminarfach des dritten Halbjahres 2023/2024 stand für uns die Reduzierung der CO2-Emissionen unserer Schule im Vordergrund. Unter der Leitung von Frau Brockhage widmeten wir uns dabei insbesondere dem Heizungswesen – einem zentralen Aspekt auf dem Weg zu einer klimafreundlicheren Schule.
Ausgangslage und Themenfindung
Die Auswertung energetischer Daten des CGL offenbarte zwei wesentliche Problemfelder: die CO2-Emissionen des Heizungswesens und der Arbeitswege der Lehrkräfte. Mit 143,16 kg CO2 pro Person (Heizungswesen) und 736,48 kg CO2 pro Person (Arbeitswege) waren beide Bereiche relevante Faktoren für Einsparungen. Nach genauerer Betrachtung der Sachverhalte entschieden wir uns aufgrund der größeren Relevanz und langfristigen Bedeutung für das Heizungswesen. Ziel war es, Einsparmöglichkeiten zu identifizieren und den Ist-Zustand kritisch zu beleuchten.
Faktenanalyse und Problemerkennung
Unser Interview mit Hartmut Vorholt, dem Hausmeister des CGLs, ergaben, dass die Heizung der Schule vornehmlich mit Fernwärme betrieben wird, jedoch bei erhöhtem Energiebedarf auf Gasbrennkessel zurückgegriffen wird. Die tägliche Heizzeit liegt zwischen 4:30 Uhr und 19:00 Uhr, gesteuert durch den Hausmeister, über dessen PC. Dank der jüngsten Renovierungen entspricht die Gebäudedämmung den aktuellen Richtlinien. Dennoch bleiben die CO2-Emissionen durch die teilweise Nutzung von Erdgas ein kritischer Punkt.
Erste Lösungsansätze
Wir entwickelten verschiedene Ideen, wie das Heizungswesen optimiert werden könnte:
- Skalierungen an Heizkörpern, um die Temperatur präziser zu regulieren.
- Erhöhung des Fernwärmeanteils, um die Nutzung von Erdgas weiter zu minimieren.
Das Interview mit unserem Hausmeister ergab jedoch, dass die Heizungen zentral gesteuert werden und eine Skalierung daher nicht erforderlich ist. Daraus resultierte ein Fokuswechsel: Statt Optimierungen zu erarbeiten, entschieden wir uns, den Ist-Zustand des Heizungswesens und die Auswirkungen der bisherigen Maßnahmen zu analysieren.
Widersprüche in den Daten
Bei der Auswertung der Daten von Frau Brockhage, dem Hausmeister und dem Landkreis Cloppenburg stießen wir auf Widersprüche. So variierte der Gasverbrauch für 2023 je nach Quelle erheblich, und auch die Nutzung von Fernwärme war nicht eindeutig nachvollziehbar. Diese Unstimmigkeiten erschwerten unsere Arbeit erheblich, verdeutlichten jedoch die Komplexität energetischer Analysen.
Ergebnisse und Erkenntnisse
Die Datenanalyse ergab Folgendes:
- Gesunkener Energieverbrauch: Der Gesamtbedarf für Heizung und Strom ist seit 2018 gesunken, was auf bessere Dämmung und die Einführung einer PV-Anlage zurückzuführen ist.
- Höhere Betriebskosten: Trotz der Einsparungen sind die Heiz- und Stromkosten aufgrund gestiegener Energiepreise deutlich gestiegen.
- Ungenutztes Potenzial von Fernwärme: Der Anteil von Fernwärme, einer klimafreundlicheren Energiequelle, ist zurückgegangen. Dies steht im Widerspruch zum Ausbau des Fernwärmenetzes.
Fernwärme und Photovoltaik am CGL
Fernwärme nutzt lokale Wärmequellen wie Biomasse oder Abwärme, um Gebäude umweltfreundlich zu beheizen. Am CGL wird Fernwärme von der GF-Bio-Energie Hasetal GmbH bezogen. Gleichzeitig trägt die neue PV-Anlage auf dem Dach des Pilzgebäudes zur Stromversorgung bei. Mit einer Leistung von 68 kWp spart die Anlage jährlich bis zu 36 Tonnen CO2 ein.
Fazit
Die Umbaumaßnahmen am CGL haben zu einem umweltfreundlicheren Heizungs- und Energiesystem beigetragen. Insbesondere die Dämmung und die PV-Anlage sind deutliche Fortschritte. Jedoch zeigt die unzureichende Nutzung von Fernwärme, dass weiteres Potenzial besteht, um die CO2-Emissionen und Betriebskosten zu senken.
Einblick in den Arbeitsprozess
Die Datenbeschaffung gestaltete sich aufgrund der widersprüchlichen Informationen herausfordernd. Dennoch ermöglichte uns die Zusammenarbeit mit dem Landkreis und internen Ansprechpartnern einen tiefen Einblick in die energetische Struktur unserer Schule.
Mit diesem Projekt konnten wir nicht nur den Status quo beleuchten, sondern auch aufzeigen, welche Schritte in Richtung Nachhaltigkeit noch notwendig sind. Das CGL bleibt somit auf einem guten Weg, sich als umweltbewusste Schule zu etablieren.
Quellen:
- • Daten von Christopher Kock, Amt für Tiefbau und Liegenschaften beim Landkreis Cloppenburg
- • Angaben von Frau Brockhage
- • Interviews mit dem Hausmeister des CGL