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Die Fachgruppe Werte und Normen

Mitglieder der Fachgruppe: Frau Kampf, Frau Menzel

Wozu das Unterrichtsfach Werte und Normen?

Der Unterricht im Fach Werte und Normen leistet einen wesentlichen Beitrag, um den Ansprüchen und Zielsetzungen nach dem Bildungsauftrag des Niedersächsischen Schulgesetzes für alle Unterrichtsfächer gerecht zu werden. Dem Ziel, „die Persönlichkeit der Schülerinnen und Schüler auf der Grundlage des Christentums, des europäischen Humanismus und der Ideen der liberalen, demokratischen und sozialen Freiheitsbewegungen“ (§ 2 NSchG) weiterzuentwickeln, trägt das Fach Werte und Normen in besonderem Maße Rechnung. Das Niedersächsische Schulgesetz stellt in § 128 Abs. 2 fest: „Im Fach Werte und Normen sind religionskundliche Kenntnisse, das Verständnis für die in der Gesellschaft wirksamen Wertvorstellungen und Normen und der Zugang zu philosophischen, weltanschaulichen und religiösen Fragen zu vermitteln“. Zur Wahrung der Freiheit des Glaubens, des Gewissens und des religiösen und weltanschaulichen Bekenntnisses (vgl. Art. 4 Abs. 1 GG) verlangt der Unterricht im Fach Werte und Normen die weltanschauliche und religiöse Neutralität des Faches. Im Gegensatz zum Religionsunterricht ist das Fach Werte und Normen ausdrücklich nicht an die Grundsätze einer Religions- oder Weltanschauungsgemeinschaft gebunden. Verbindliche Antworten können daher nur auf der Grundlage verfassungsgemäßer und dem Bildungsauftrag entsprechender, nicht aber weltanschaulicher und religiöser Prämissen gegeben werden.

WerteUndNormenEinleitung

Die Schülerinnen und Schüler sollen verschiedene Kompetenzen erwerben, die ihre Persönlichkeitsentwicklung fördern. Sie sollen eine eigenständige, sich selbst bejahende und stabile Identität entwickeln; diese bietet eine grundlegende Voraussetzung dafür, dass sie zu einer individuellen, selbstbestimmten und verantwortungsbewussten Lebensgestaltung befähigt werden und bereit sind, gesellschaftliche Mitverantwortung zu übernehmen.

Eine solche Lebensgestaltung ist keineswegs selbstverständlich. Kinder und Jugendliche erleben, dass Wertvorstellungen durchaus in Frage gestellt werden, dass sich Wertvorstellungen widersprechen können oder aufgrund historischer, politischer, ökonomischer oder allgemein gesellschaftlicher Veränderungen wandeln. Sie machen die Erfahrung, dass zwischen den subjektiv für gültig erachteten Wertvorstellungen und den Ansprüchen und Orientierungen anderer Menschen Differenzen bestehen können, die gegebenenfalls auch zu Konflikten und Krisen im persönlichen oder im gesellschaftlichen Leben führen können. Auch in der globalisierten Welt der Gegenwart gibt es grundsätzlich divergierende Interessen und Wertorientierungen sowie daraus resultierende Konflikte.

Den Orientierungsproblemen, die sich ergeben und mit denen Kinder und Jugendliche häufig aufwachsen, will das Fach Werte und Normen inhaltlich vielfältig, pädagogisch angemessen und didaktisch nachhaltig begegnen. Dabei werden unterschiedliche Weltanschauungen und Wahrheitsauffassungen im Sinne einer prinzipiellen Pluralität berücksichtigt, aber auf der Grundlage der im Grundgesetz, der Niedersächsischen Verfassung sowie dem Niedersächsischen Schulgesetz explizit zum Ausdruck gebrachten Wertvorstellungen reflektiert. Den Grund- und Menschenrechten und den Prinzipien des demokratischen und sozialen Rechtsstaates kommt daher eine orientierende Bedeutung zu.

Im Sinne dieser Zielsetzungen bezieht sich das Unterrichtsfach Werte und Normen auf altersgerecht adäquate Fragen und Problemstellungen der Philosophie (Was kann ich wissen?), der Religionswissenschaft (Was darf ich hoffen?) und anderer Wissenschaften. Von besonderer Bedeutung sind hierbei Fragen der Ethik (Was soll ich tun?). Diese drei Fragen sind Fragen von existenzieller Bedeutung für das menschliche Dasein und münden in die Frage „Was ist der Mensch?“, die sich mit dem Selbstverständnis des Menschen befasst.

Der Unterricht im Fach Werte und Normen leitet zur Reflexion über verschiedene Orientierungen in der Absicht an, diese bezüglich ihres Sinnpotentials, ihrer Plausibilität sowie der mit ihnen verbundenen Konsequenzen für das Zusammenleben zu unterscheiden. Ein diesbezüglicher Unterricht zielt auf aktives, eigenständiges und problemorientiertes und nicht bloß auf ein rezeptives Lernen historischer Positionen und Aspekte. Die Schülerinnen und Schüler gewinnen die Einsicht, dass es konkurrierende Wahrheits- und Weltanschauungen gibt. Diese erfordern einerseits eine individuelle Standortbestimmung und andererseits eine Haltung, die von Toleranz und Empathie geprägt ist. Der Unterricht im Fach Werte und Normen fördert dadurch die Bereitschaft zu reflektiertem und verantwortungsbewusstem Handeln sich selbst und anderen gegenüber. Aus diesen Aufgaben für das Unterrichtsfach Werte und Normen lassen sich neben inhaltlichen Zielsetzungen auch didaktische Prinzipien ableiten – die Auseinandersetzung mit Wirklichkeit und Wahrheitsansprüchen sowie die Entwicklung ethischer Urteilsfähigkeit.

Quellen:

  • Vgl. Niedersächsisches Kultusministerium (2011): Kerncurriculum für das Gymnasium – gymnasiale Oberstufe, Werte und Normen, Hannover, S. 7-8.
  • Vgl. Brüning, Barbara (2003): Philosophieren in der Sekundarstufe. Methoden und Medien, Beltz Verlag, Weinheim, Basel, Berlin, S. 14-15.